Charité und Helios gemeinsam gegen Krebs

Das Universitätsklinikum Charité und der private Klinikkonzern Helios planen die Einrichtung eines Protonentherapiezentrums zur Krebs-Therapie.  Dazu haben beide Einrichtungen jetzt eine Vereinbarung geschlossen. Im hochmodernen, im Jahr 2007 eröffneten Helios Klinikum Berlin-Buch in der Schwanebecker Chaussee. Erst im Februar 2019 war ich selbst  vor Ort, um meinen Vater zu besuchen und abzuholen. Die moderne Architektur gefällt mir.

Helios Klinikum Berlin-Buch
Lichtdurchfluteter Eingangsbereich des Helios.

Das Helios Klinikum hat mit dem Max Delbrück Centrum für molekulare Medizin ein Forschungszentrum als Partner. Die Charité arbeitet mit den Berliner Universitäten FU, HU und TU zusammen.

Neue Krebstherapie für Patienten

Ab 2021 wollen Charite und Helios Klinikum Krebspatienten mit der neuen Protonenstrahlmethode therapieren. Das Gebäude soll ein unscheinbarer Anbau von 30 mal 15 Meter Größe werden. Allerdings sind die Wände mit 4 Metern recht dick. Wasserstoff-Protonen werden hier zur Bestrahlung genutzt werden. „Diese neue Bestrahlungseinheit ist ein herausragender Impuls für die Krebstherapie in Berlin und Brandenburg“, sagt Sebastian Heumüller, Klinikgeschäftsführer im Helios Klinikum Buch. 35 Millionen Euro wollen Charité und Helios in das Projekt investieren. Die Mediziner versprechen sich davon bessere Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten. „Durch die Kooperation eines privaten Klinikbetreibers mit Europas größter Universitätsklinik leiten wir eine neue Qualität der Zusammenarbeit ein“, sagt Heumüller.

Erschreckende Zahlen

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt seit Jahren an. In Berlin leben nach Angaben der Gesundheitsverwaltung rund 40.000 Männer und 49.000 Frauen, bei denen in den vergangenen 10 Jahren Krebs diagnostiziert wurde. Das entspricht ungefähr 2,4 Prozent der männlichen und 2,7 Prozent der weiblichen Bevölkerung. 10 Jahre zuvor waren es lediglich 25.600 Männer  (1,5 Prozent)  und 31.800 Frauen (1,8 Prozent) Ungefähr dreiviertel aller Krebserkrankungen betreffen Menschen im Alter ab 60 Jahren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren. Durch den demografischen Wandel nimmt die Zahl der neuen Fälle von Jahr zu Jahr zu. 61 Prozent der Betroffenen überleben derzeit in Ostdeutschland die Krankheit 5 Jahre oder länger.

Ich finde, das sind sehr negative Aussichten. Die neue Methode wird Kosten von 20.000 Euro für eine Behandlung verschlingen. Die Krankenkassen wollen die enormen Kosten nur übernehmen, wenn keine andere Therapie möglich ist.  Die meisten von uns kennen Menschen, die von dieser Krankheit erfasst oder gar getötet wurden.


Mit gebündelter Kompetenz

Die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin und die Charité. Die drei Berliner Universitäten und die Charité wollen ihre Kooperation vertiefen und institutionell festigen. Die Partnerinnen planen einen integrierten Forschungsraum, der die Stärken der einzelnen Häuser bündelt, vernetzt und der so neue wissenschaftliche Potenziale hervorbringt. So sollen innovative Forschungskooperationen entstehen, die gezielt und flexibel gesellschaftlichen Herausforderungen von globaler Bedeutung begegnen.

Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Mitte, Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Umbau zum Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum. Fertigstellung 12 / 2021  Foto: Heinle, Wischer und Partner
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Mitte, Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Umbau zum Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum. (Abb.1) Fertigstellung 12 / 2021 Foto: Heinle, Wischer und Partner
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Mitte, Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Umbau zum Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum. (Abb.2) Fertigstellung 12 / 2021  Foto: Heinle, Wischer und Partner
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin-Mitte, Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Umbau zum Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum. (Abb.2)Fertigstellung 12 / 2021 Foto: Heinle, Wischer und Partner

.


Entdecke mehr von Karsten Grzyl Themen

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Ihre Meinung sagen

Entdecke mehr von Karsten Grzyl Themen

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen