Filmtitel: Goodbye & Amen. Produktion: Mario e Vittorio Cecchi Gori ; Genre: Action, Abenteuer, Suspense Thriller, Politthriller, Politisches Kino.
Dieser spannende Thriller, inszeniert von dem politisch engagierten Regisseur Damiano Damiani, bietet kurzweilige, actionreiche Unterhaltung und deutliche Kritik an den illegalen Machenschaften der CIA im Ausland. Dazu gehörten Regierungsstürze, Putschversuche, Attentatspläne, Geheimgefängnisse und Folter. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 betrieb die CIA weltweit ein Netzwerk von Geheimgefängnissen („Black Sites“), in denen Terrorverdächtige inhaftiert und mit sogenannten „erweiterten Verhörmethoden“ (wie Waterboarding) gefoltert wurden.
Die Handlung: Rom. Der zynische CIA-Agent John Dannahay (Tony Musante) bereitet gerade einen Staatsstreich in einem afrikanischen Land vor, als etwas Unvorhersehbares geschieht. Im luxuriösen Hilton-Hotel erschießt ein geistesgestörter Vietnam-Veteran namens Douglas Grayson (John Steiner) drei Menschen und nimmt auf der Flucht eine Frau (Claudia Cardinale) und ihren Liebhaber Jack (Gianrico Tondinelli) als Geiseln. Aufgrund eines Missverständnisses hält Dannahay den verrückten Geiselnehmer zunächst für seinen Kollegen Harry Lambert (Wolfango Soldati), den er gerade erst als Doppelagent enttarnt hat.
Entstehung und Insider-Wissen
Goodbye & Amen entstand auf der Grundlage eines Action-Taschenbuchromans von Francis Clifford. Der Hauptschauplatz des Films, das Hilton Cavalieri (heute Cavalieri Waldorf Astoria), ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel, das in vielen Filmen dieser Zeit immer wieder als Kulisse diente, ist mit seiner modernen Architektur und seiner imposanten Präsenz eine beeindruckende Wahl und verleiht Goodbye & Amen trotz des römischen Settings eine kalte, distanzierte Note. Cliffords Roman dreht sich um die inneren Widersprüche zwischen der offiziellen Diplomatie und der schmutzigen Untergrundarbeit von Spezialagenten, mit einer Vielzahl von Nebenhandlungen und Figuren.
Bei seinem Drehbuch für Goodbye & Amen, das er mit Nicola Badalucco gemeinsam verfasst hat, isolierte Damiani eine Episode aus der Romanvorlage und zog sie auf Spielfilmlänge hoch. Tony Musantes Charakter des skrupellosen CIA-Agenten, der den unliebsamen Helden des Films repräsentiert, eine leidliche Antithese zu den vielen Superspionen nach dem Vorbild James Bonds.
Es handelte sich wohl um eine lineare Geschichte, die aber durch Musantes Eingriffe mehrmals umgeschrieben werden musste. Damiani soll sich allen Wünschen Musantes gebeugt haben, erinnerte sich Regieassistent Enrico Bergier. Um die Geschichte mit Leben zu füllen, hat das Drehbuch ein paar Asse im Ärmel versteckt. In der ersten Hälfte spielt es mit Douglas Graysons (dem von John Steiner gespielten Scharfschützen und Geiselnehmer) wahrer Identität.
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Akribisches Finale
Regisseur Damiano Damiani († 7. März 2013 in Rom) ging es vor allem um das Ende. Eine eisig schön konzipierte und mathematisch gedrehte Sequenz, die sich nachts auf dem Hoteldach abspielt, wenn Steiner und seine drei Geiseln – alle gleich gekleidet, mit schwarzen Regenmänteln sowie schwarzen Motoradhelmen – auf den Hubschrauber zusteuern, den der Kriegsveteran für seine Flucht angefordert hat. Es ist ein beunruhigendes, beängstigendes Stück Kino, das mit einem teuflischen Schachzug endet. Ein großes spannendes Finale.
Erfolg und Daten
Der Film war im Kino sehr erfolgreich. Starttermine waren in Italien am 23. Dezember 1977 in Mailand und am 8. Februar 1978 in Rom. In Spanien am 6. November 1978. In Schweden am 9. April 1979. In der DDR am 21. Dezember 1979. Keine Kinoaufführung in der BRD. Hier gab es erst 1984 eine Videopremiere mit der DDR Synchronfassung. Das DEFA-Studio für Synchronisation in Berlin Adlershof legte die deutsche Sprache auf das Original. So gab Gunter Schoß (* 2. Dezember 1940 in Berlin) seine Stimme für Tony Musante (* 30. Juni 1936 in Bridgeport, Connecticut; † 26. November 2013 in Manhattan, New York)
Musik: Guido & Mauricio De Angelis. Die Brüder komponierten und sangen für viele Bud Spencer und Terence Hill Filme. Als Oliver Onions sangen sie und gaben Konzerte. Mit Santa Maria stürmten sie 1980 die Musik Charts, waren ganze 17 Wochen lang in den Top 10 der deutschen Charts platziert. Davon 6 Wochen auf Platz eins. Abgelöst von der Spitzenposition durch die deutsche Version des Liedes, gesungen von Roland Kaiser.
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