Toni Hamady | Foto: Karsten Grzyl
Der Schauspieler Kida Khodr Ramadan (47) hat am 5. August in der JVA Heiligensee seine Haftstrafe angetreten. Er hat großes Glück, dass er im offenen Vollzug sein darf. Hintergrund ist ein Urteil vom Februar 2022. Da wurde er zu einer ersten Haftstrafe von 10 Monaten verurteilt, weil er 33 mal ohne Führerschein erwischt wurde.
Offener Vollzug im „Promi-Knast“ oder Gefängnis Heiligensee bedeutet, dass er nur die Nacht in seiner Zelle verbringen muss. Am Morgen darf er die JVA verlassen und kann wieder nach Hause. Dort kann er seine Ehefrau Meryem und seine 6 Kinder wiedersehen und alles ist gut. Die Familie wohnte bis vor einem halben Jahr noch in Schönefeld, einer Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald. Jetzt in einem Mietshaus in Berlin-Wilmersdorf. Zu den Kindern gehören Tochter Dunya und Tochter Yasmin Ramadan und Sohn Momo.
Zu den 10 Monaten Haftstrafe vom Februar 2022 kommt eine Verurteilung zu weiteren 10 Monaten Haft wegen mehrfachen Fahrens ohne Führerschein vom 28.02.2024. Herr Ramadan fuhr über Jahre hinweg ohne eine Fahrerlaubnis zu besitzen. Immer und immer wieder. Ein unverbesserlicher Wiederholungstäter. Hinzu kam ein Strafbefehl zu einer Geldstrafe wegen Bedrohung und Nötigung. Eine gewisse Bekanntheit und Fangemeinde verdankt er seiner Serienfigur Ali Toni Hamady in „4 Blocks“. Als Toni Hamady hat er am Ende absolut alles verloren.
Am 3. Januar 2024 stand für 9 Uhr in Saal B 136 im Amtsgericht Tiergarten erneut der Name Kida Khodr Ramadan auf dem Plan (Aktenzeichen 260 Ds 56/23).
Der Vorwurf: Am 9. Januar 2023 hatte der sechsfache Vater einen Edeka-Mitarbeiter mit einem Messer und den Worten bedroht: „Wer hat meine Frau so respektlos behandelt? Ich werde ihn abstechen, wenn er sich nicht auf Knien entschuldigt.“ Dafür gab es einen Strafbefehl wegen Bedrohung: 80 Tagessätze à 50 Euro, also 4000 Euro Geldstrafe. Weil Ramadan Einspruch einlegte, sollte es zum Prozess kommen. Doch der Angeklagte, der im Libanon geboren wurde und in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen ist, erschien nicht im Gericht. Nach BILD-Infos hat er seinen Einspruch vor dem Termin zurückgenommen. Im Klartext: Der Strafbefehl wurde rechtskräftig. Auch eine Krankenschwester soll er übel beschimpft haben.
28. Februar 2024. Vor dem Amtsgericht Tiergarten ging es erneut um den Vorwurf des Fahrens ohne Führerschein. Der 47-Jährige ist nach Gerichtsangaben wegen vier Fällen des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angeklagt. In der Zeit von Februar bis November 2023 soll er dabei teils etwas zu schnell unterwegs gewesen sein, das Handy genutzt oder eine rote Ampel missachtet haben. Dann das Urteil: Zehn Monate Haft, ohne Bewährung. Außerdem verhängt das Gericht, dass er zunächst keinen Führerschein machen darf.
Am 07.08.2024. Berufungsprozess zum Urteil des Amtsgerichts vom 28.02.2024. Die große Bühne war mit dem Saal 500 im Kriminalgericht Moabit vorbereitet.
Eine halbe Stunde vor Prozessbeginn betritt Ramadan in Begleitung seines Bruders den Gerichtssaal. Er ist blass, trägt ein blaues T-Shirt und eine Jogginghose. Äußern möchte er sich nicht. Er hält sich beide Hände vor sein Gesicht und verschwindet hinter der großen Holztür. Nach einem kurzen Rechtsgespräch zwischen Verteidiger Walden, der Staatsanwaltschaft und der Richterin ergeht folgendes Urteil: Zehn Monate Haft. Das Urteil des Amtsgericht Tiergarten vom 28.02.2024 ist damit rechtskräftig.
Ob Herr Kida Khodr Ramadan 20 Monate im offenen Vollzug verbringt oder weniger, wie etwa 2 Drittel der Haftzeit (13,7 Monate) wird noch entschieden werden.
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Ich finde es nicht gerecht, das dieser Mann, der über Jahre ohne Führerschein fuhr, vom ersten Tage an in den offenen Vollzug kommt. Wo ist da die Strafe, wo die Buße ? Ich bin so wütend.